Individuell gebuchte Flüge sind oft günstiger

An- und Abreise: Individuell oder lieber bequem?

Wer ein An- und Abreisepaket der Reedereien bucht, muss sich selbst um nichts kümmern. Individuelle Anreisenden sparen manchmal Geld, haben aber den Ärger, wenn etwas schief läuft. Die bessere Alternative hängt auch vom Starthafen der Kreuzfahrt ab.

Prinzipiell können Kreuzfahrer zwischen zwei Alternativen wählen: Entweder sie organisieren ihre An- und Abreise auf eigene Faust - oder sie buchen ein Paket der Reederei. Letztere beinhalten den Transfer bis zum Schiff, haben aber den Ruf, teurer zu sein. Oft stimmt das. Jedoch nicht immer.

Was die bessere Wahl ist, lässt sich pauschal nicht sagen. Wer etwa in Hamburg seine Kreuzfahrt startet, kann mit überschaubarem Aufwand seine eigene Anreise organisieren: aus Süddeutschland per Flugzeug zum Airport, von dort für 3 Euro mit der S-Bahn in die Stadt, ein paar Minuten Fußmarsch zu den Terminals in der Hafen-City oder in Altona. Gleiches gilt für die Zuganreise. Warnemünde und Kiel sind per Flugzeug dagegen weniger gut zu erreichen. Gerade für Menschen aus Süddeutschland ist die Anreise per Auto oder Zug sehr lang, aber machbar. Tipp: Auf jeden Fall einen zeitlichen Puffer einplanen.


Cruise Terminal im Hamburger Hafen

Die meisten Reedereien bieten auf dem europäischen Festland die Möglichkeit für Autofahrer, ihre Pkw - gegen teilweise happige Gebühren - am oder auf dem Hafengelände abzustellen. Gerade für Urlauber, die die Region um den Abfahrtshafen herum vor oder nach der Kreuzfahrt erkunden wollen, kann das eine gute Option sein.

Die Anreisen nach Venedig, Palma de Mallorca oder Las Palmas auf Gran Canaria sind individuell gut zu organisieren. Die Flugverbindungen sind ausreichend, der Transfer zum Hafen jeweils leicht mit Linienbussen oder Taxen vom Flughafen möglich. Einige Reedereien ermöglichen es auch individuell anreisenden Gästen gegen Aufpreis, den Bus-Shuttle zu nutzen. Wenn das Schiff in Genua losfährt, ist es etwas schwieriger. Die Flugverbindungen dorthin sind nicht die besten. Dann kann eine Busanreise, gebucht über die Reederei, eine günstige Variante sein - auch wenn die Fahrt lange dauert.


Hafen von Las Palmas (Gran Canaria)

In weiter entfernten Abfahrtshäfen dieser Welt ersparen An- und Abreisepakete einen großen Aufwand. Etwa in La Romana in der Dominikanischen Republik, das wenige Fluggesellschaften über Umsteigeverbindungen ansteuern. Dort ist dann ein Transfer zum Beispiel von Punta Cana nötig, der auch schnell ins Geld geht. Wer das Paket der Reedereien bucht, landet mit dem Charterflieger direkt in La Romana und wird in zehn Minuten per Bus zum Check-in am Hafen gebracht. In Thailand liegt der Industriehafen Laem Chabang, den große Kreuzer ansteuern, eineinhalb Autostunden vom internationalen Flughafen von Bangkok entfernt. Auch wenn der Transfer durchaus individuell machbar ist, so ist das An- und Abreisepaket dort eine bequeme Sache.

Denn eines müssen Urlauber wissen: Das Schiff wartet nicht auf individuell Anreisende, die zu spät kommen. Wer aus eigenem Verschulden nicht rechtzeitig an Bord ist, hat Pech gehabt. Fällt ein Flug aufgrund höherer Gewalt aus - wie 2010, als der Vulkan Eyjafjallajökull Asche spuckte und den Flugverkehr heftig durcheinander wirbelte -, können die Urlauber laut einem BGH-Urteil aus dem Jahr 2012 ihre Kreuzfahrt stornieren, ohne dafür Gebühren zahlen zu müssen. Storniert eine Fluggesellschaft einen Flug oder hat dieser so große Verspätung, dass Reisende das Schiff nicht mehr erreichen, können Reisende Ansprüche gegenüber der Airline geltend machen. Aufwand hat man dann aber trotzdem - von juristischem Auseiandersetzungen und dem ausgefallenen Urlaub mal abgesehen.

31.12.2014
Autor: Oliver Heider Fotos: Oliver Heider