Die Ruhe vor dem Sturm: Check-in-Schalter in Venedigs Kreuzfahrtterminal

Check-in: Welche Papiere sind nötig? Wann ist die Kabine frei?

Um auf ein Kreuzfahrtschiff zu kommen, müssen die Passagiere an ihrem ersten Tag - wie in einem Hotel an Land - einchecken. Ab wann dies möglich ist, variiert von Schiff zu Schiff.

Urlaub - endlich. Die schönste Zeit des Jahres steht bevor. Für manche Passagiere heißt es aber direkt bei der Ankunft am Hafen erst einmal: warten. Gerade bei größeren Schiffen mit 4000 oder mehr Gästen kann es schon einmal ein bisschen länger dauern, bis die Menschenmassen am Check-in-Schalter bewältigt sind.

Check-in:

Wann der Check-in startet, ist von Schiff zu Schiff verschieden. Meist steht in den Reiseunterlagen eine Uhrzeit für den Beginn. Wer An- und Abreisepakete gebucht hat, wird samt Gepäck direkt zum Hafenterminal gebracht. Individuell anreisende Gäste müssen den Weg dorthin selbst organisieren. Obacht: Da die Seenotrettungsübung inzwischen meist vorm Ablegen abgehalten wird, sollten individuell Anreisende unbedingt in den Reiseunterlagen nachlesen, bis wann ein Check-in möglich ist.

Viele Reedereien behandeln Mitglieder von Bonusprogrammen sowie die Gäste von teuren Kabinenkategorien bevorzugt. Für sie gibt es separate Schalter. Alle anderen dürfen sich in die allgemeine Warteschlange stellen. Allen gemein ist aber der Umstand, dass das Gepäck vor dem Check-in eingesammelt wird. Es wird anschließend durchleuchtet und den Passagieren später auf die Kabine gebracht.


Cruise Terminal in New York City

Für den Check-in benötigen die Passagiere ihre Reiseunterlagen und Reisepässe. Wichtig: Bereits einige Wochen vor der Reise müssen Urlauber das "Schiffsmanifest" mit allen persönlichen Daten ausfüllen, die unbedingt mit jenen im Reisepass übereinstimmen müssen. Bei manchen Anbietern muss ein "Web Check-in" ausgefüllt werden. Online. Die Daten sind dann gespeichert, das Einchecken im Terminal geht schneller über die Bühne.

Vor Ort wird von jedem Passagier ein Foto gemacht. Es wird digital gespeichert und dient zur Identifikation bei jedem Betreten und Verlassen des Schiffes. Vor allem US-Reedereien verlangen von ihren Passagieren auch, dass sie einen Fragebogen zu ihrer Gesundheit ausfüllen. Auch manche europäischen Anbieter lassen derzeit ihre Kunden Angaben zu eventuellen Reisen nach Westafrika (Stichwort: Ebola) machen.

Zudem werden die Gäste beim Check-in gefragt, wie sie ihre Rechnung am Ende der Reise begleichen wollen. Bei deutschen Anbietern ist dies per EC-Karte möglich. Wer diese Möglichkleit bevorzugt, lässt seine Karte einlesen und muss dann nichts weiteres mehr veranlassen. Am letzten Tag der Reise kommt die Rechnung auf die Kabine. Sofern alles richtig ist, wird der Betrag abgebucht. Als Alternativen kommen Kreditkarten (Achtung: meist mit Aufpreis!) oder Barzahlung in Frage. Manche Reedereien verlangen im letzteren Fall, dass die Urlauber schon zu Beginn etwas auf ihr Bordkonto "einzahlen".


So sehen die Bordkarten aus

Sind alle Formalia erledigt, bekommen die Urlauber ihre Bordkarte ("Cruise Card"), mit der sie das Schiff betreten und an Bord bezahlen können. Die "Einschiffung" kann aber in manchen Fällen deutlich nach dem Check-in erfolgen. In den USA etwa müssen zuerst alle abreisenden Gäste von Bord sein, bevor neue auf das Schiff dürfen. Häufig werden die ankommenden Gäste in Einsteige-Gruppen aufgeteilt. Letztere Hürde vor dem Betreten des Schiffes ist dann die Sicherheitskontrolle, die ähnlich wie am Flughafen abläuft. Will heißen: Es wird nach Waffen, Sprengstoff, verbotenen Gegenständen wie Bügeleisen oder Alkohol gesucht.

Die Kabinen sind meist erst ab Mittag bezugsfertig - in der Regel zwischen 13 und 16 Uhr. Dies hängt damit zusammen, dass Passagiere, die das Schiff verlassen, die Kabine bis 9 Uhr räumen müssen. Anschließend bereitet die Crew (die Mitarbeiter vom "Housekeeping") die Räumlichkeiten für die neuen Gäste vor. Bis zur Kabinenfreigabe können aber bereits alle öffentliche Bereiche an Bord genutzt werden - auch die Restaurants. Das Gepäck wird dann später zur Kabine gebracht.


Um 9 Uhr heißt es: Raus aus der Kabine

Check-out:

Wer ein An- und Abreisepaket über die Reederei gebucht hat, darf bis zum Transfer an Bord bleiben. Für alle individuell Abreisenden ist das offizielle Reiseende meist um 11 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt müssen sie das Schiff verlassen. Es sei denn, sie verlängern ihren Aufenthalt um ein paar Stunden - kostenpflichtig. Bei manchen Unternehmen kann man sein Gepäck selbst mit von Bord nehmen, bei anderen sollte es in der letzten Nacht bis 1 oder 2 Uhr vor der Kabine stehen. Crewmitglieder bringen es dann ins Kreuzfahrtterminal, wo es abgeholt werden kann.

Um die Ströme an abreisenden Gästen besser zu kanalisieren, werden die Gäste auf größeren Schiffen in verschiedene Ausschiffungs-Gruppen eingeteilt. Sie müssen dann zu einer bestimmten Zeit bereit stehen, um den Ozeanriesen zu verlassen.

31.12.2014
Autor: Oliver Heider Fotos: Oliver Heider