Weltenbummler Holger Hommel zu Gast in Ulm

Ein Kreuzfahrt-Experte packt aus

Kuriose Fragen, faszinierende Reisen, überfüllte Strände: Weltenbummler Holger Hommel hat in Ulm einen heiteren und informativen Vortrag gehalten. Übers Kreuzfahren.

"Ein kurzweiliger Abend." Hermann Renz ist, wie seine Frau Ulrike, voll des Lobes. Einen guten Vortrag hätten sie gehört, sagen die Ulmer. Informativ, mit netten Anekdoten. Nur ein paar mehr Fotos aus aller Welt hätte er sich gewünscht, meint Hermann Renz.

Mit mehr als 60 anderen Besuchern hört sich das Ehepaar am Donnerstagabend an, was Holger Hommel aus Leonberg auf Einladung der SÜDWEST PRESSE und des Portals Perfekte-Kreuzfahrten.de berichtet. Über Reisen im Allgemeinen, Kreuzfahren im Speziellen.

Hommel weiß, wovon er spricht: Er war und ist Schiffslektor, Kreuzfahrtdirektor, Hoteltester, Buchautor - und hält Vorträge. Auf verschmitzte, skurrile, offene Art und Weise.

Das erleben die Gäste in der Galerie der SÜDWEST PRESSE gleich zu Beginn. Hommel präsentiert Buchtitel mehrerer Autoren. Etwa: "Mein Blinddarm blieb in Bombay."

Krankheit und Reisen: Auch darüber weiß der 55-Jährige Bescheid. Offen erzählt er davon, dass er Parkinson hat. "Mit dem Reisen fällt es mir leichter als ohne", sagt der Weltenbummler, der als Reiseleiter gemeinsam mit Blinden und Querschnittsgelähmten die Welt erkundet hat.

Doch sein Vortrag ist alles andere als schwermütig. Er erzählt von der ungewöhnlichen Begegnung mit seinem persönlichen Butler im Luxushotel Burj Al Arab in Dubai, von Second-Hand-Gebissen in Shanghai, vom Phänomen des Tomatensaft-Trinkens in Flugzeugen.

Hommel hat fast die ganze Welt gesehen. Viel davon auf Kreuzfahrtschiffen wie MS Deutschland, MS Europa, "Sea Cloud".


Die SWP-Galerie war gut besucht

Als Kreuzfahrtdirektor und Reiseleiter sei er mit vielen kuriosen Fragen konfrontiert worden: US-Kreuzfahrer wollten etwa wissen, warum die Griechen so viele Ruinen gebaut haben.

Seine absolute Lieblingsfrage: "Auf welcher Meereshöhe befindet sich das Schiff?" Und natürlich der Klassiker: "Schläft die Crew an Bord?" Während sich dies leicht beantworten lasse, werde es manchmal knifflig: "Wie viel wiegt die Oper in Sydney?" Hommel: "Reiseleiter wissen viel, aber nicht alles."

Sein Tipp für Kreuzfahrer: "Gehen Sie von Bord, machen Sie Landausflüge." Heile Welt gaukelt Hommel aber nicht vor. Er warnt auch vor Gefahren. "Jeder 11307. Tourist verlegt seinen Reisepass - und findet ihn nicht wieder." Doch: "Pannen machen eine wahre Reise erst aus. Bleiben Sie immer gelassen!"

Selbst, wenn es beengt zugeht. Auf der "Allure of the Seas", dem größten aller Ozeanriesen, sei das zwar an Bord nicht der Fall. Anders aber, wenn auf eine Insel mit 1000 Einwohnern mehr als 6000 Passagiere geworfen werden.

Fotos von Badenden an völlig überfüllten Stränden zeigt Hommel aus China – und sagt den Ulmern: "Ihr seid das ja gewohnt." Ein Bild vom Nabada folgt. Gelächter. Der Gag sitzt.

"Reisen Sie jetzt, heute, morgen. Nicht erst in drei Jahren oder wenn Sie pensioniert sind." Warum? Hommel lässt ein Foto sprechen: die Ruinen von Palmyra, einer antiken Oasenstadt in Syrien, die er vor einigen Jahren gesehen hat. Jetzt haben sie Islamisten in die Luft gejagt.

Hartmut und Inge Lange nicken. "Der Vortrag hat mir sehr gut gefallen", sagt Hartmut Lange kurz darauf. Er und seine Frau waren schon auf drei Kreuzfahrten.

Die vierte ist geplant. Es gebe noch so viele Ziele, die sie sehen wollen: Suezkanal, Indien, Türkei, Ostsee. Getreu Hommels Motto: "Ob nah oder fern: Gehen Sie raus, genießen Sie die Welt!"

16.10.2015
Autor: Oliver Heider Fotos: Volkmar Könneke