Wird künftig nicht mehr für das ZDF als "Traumschiff" unterwegs sein: MS "Deutschland"

MS Deutschland: Gericht eröffnet Insolvenzverfahren

60 Millionen Euro hat die "Deutschland", das bisherige ZDF-Traumschiff, an Verbindlichkeiten angehäuft. Die Zahl der Gläubiger beträgt rund 1500.

Am 1. Januar 2015 hat das Amtsgericht Eutin das Insolvenzverfahren über die Vermögen der MS "Deutschland" Beteiligungsgesellschaft mbH sowie über die Reederei Peter Deilmann GmbH eröffnet. Das teilte die Reederei am Freitag mit. Als Insolvenzverwalter sei der Kieler Rechtsanwalt Reinhold Schmid-Sperber benannt worden. Dieser war zuvor in beiden Verfahren bereits vorläufiger Insolvenzverwalter.

Die aktuellen Verbindlichkeiten werden mit rund 60 Millionen Euro für die "Deutschland", das bisherige ZDF-Traumschiff, sowie mit rund 2 Millionen Euro für die Reederei beziffert. Die Zahl der Gläubiger betrage allein bei der Beteiligungsgesellschaft rund 1500. Sämtliche Gläubiger würden jetzt individuell angeschrieben und aufgefordert, ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter zur Tabelle anzumelden. Die erste Gläubigerversammlung für Gläubiger beider Gesellschaften findet am 20. Februar 2015 in den Räumen des Amtsgerichts Eutin statt.

Bestehende Arbeitsverhältnisse von Mitarbeitern beider Gesellschaften - 280 Crewmitglieder und 40 Mitarbeiter in Neustadt in Holstein, wo die Reederei Peter Deilmann ihren Sitz hat - blieben bis auf weiteres bestehen, teilt die Reederei mit. Löhne, Gehälter und Heuern seien bislang ungekürzt ausgezahlt worden. Und dabei solle es voraussichtlich auch bleiben. Dies gelte insbesondere bei einer zeitnahen Vollendung des Verkaufs der "Deutschland".

Ende Oktober hatte die Geschäftsführung Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Die geplante Weltreise vom 18. Dezember 2014 bis 1. Mai 2015 war abgesagt worden. In der Folge waren mehrere Investoren im Gespräch.

Auf MS "Deutschland" wurden bisher die ZDF-Sendungen "Das Traumschiff" und "Kreuzfahrt ins Glück" gedreht. Das Schiff ist das vierte "Traumschiff" seit 1981 - nach der "Vistafjord", der "Astor" und der "Berlin".Wo die Sendungen künftig aufgezeichnet werden, ist noch ungewiss. Im Gespräch ist die "Amadea". Die Verhandlungen laufen aber noch.

02.01.2015
Autor: Oliver Heider Foto: Reederei Peter Deilmann